Wie relevant ist Voice Search fürs Marketing?  

Dank verschiedener Voice Search-Applikationen wie Siri, Alexa oder Google Assistant wird uns der Alltag leichter gemacht. Online-Shopping oder eine Auskunft über die aktuelle Wetterlage sind damit nur einen Sprachbefehl weit entfernt. Eine Umfrage aus dem Jahr 2019 ergab bereits, dass 60 % der Befragten in Deutschland schon einmal mit Hilfe einer Sprachsteuerung ein Gerät bedient haben. Weitere 11 % gaben an, die Funktion täglich zu nutzen. In diesem Artikel erfährst du, was hinter der Technik steckt und welche Relevanz Voice Search momentan für Content Marketing und SEO hat. 

Voice Search – was steckt dahinter? 

Die Technologie hinter Voice Search ermöglicht Nutzer:innen eine Suche im Internet ganz einfach über Spracheingabe statt Eintippen. Die Antworten werden dann entweder vom jeweiligen Smart Device vorgelesen oder auf PC, Notebook oder Smartphone angezeigt.  

Zudem können entsprechende Geräte an Heimsysteme angeschlossen werden und über die Sprachfunktion auch Lichter oder Musik an- und ausschalten. Hinter der Funktion steckt “Natural Language Processing” (kurz: NLP). Damit werden Techniken und Methoden zur maschinellen Verarbeitung natürlicher Sprache beschrieben und eine direkte Kommunikation zwischen Mensch und Computer soll hergestellt werden.    

Voice Search für SEO und Content Marketing – was aktuell zu beachten ist  

Der Trend der Sprachsuche wird weltweit immer relevanter. Nach Einschätzung des Unternehmens eMarketer wurden Sprachassistenten im Jahr 2020 allein in den USA monatlich von mindestens 128 Millionen Menschen genutzt. Dies bedeutet einen Anstieg von 11,1 % gegenüber 115,2 Millionen im Jahr 2019 und entspricht 44,2 % der Internetnutzer und 38,5 % der Gesamtbevölkerung – so das Marktforschungsunternehmen. Wie die Ergebnisse einer Studie von Deloitte ergaben, nutzten auch in Deutschland bereits im Jahr 2019 über 50 % der 18- bis 24-Jährigen Voice Search, um beispielsweise im Internet an Informationen zu gelangen – Tendenz steigend. 

Für die Suchmaschinenoptimierung sind hierbei einige Punkte sehr wichtig: Suchanfragen via Sprachfunktion unterscheiden sich von der klassischen Suchanfrage über ein Textfeld vor allem darin, dass meist per vollständigem Satz gefragt wird und nicht nur einzelne Keywords eingetippt werden. Will man mit den eigenen Inhalten für Voice Search relevant sein, muss sich der Content der eigenen Website dem Suchverhalten und der natürlichen Sprache entsprechend anpassen. Es gilt also, in einem fiktiven Gespräch vor allem auf W-Fragen Antworten zu liefern, denn so starten die meisten Suchanfragen. Der Content sollte dabei so aufgebaut sein, dass er in einem natürlichen Sprachfluss wiedergegeben werden kann.  

Die Kommunikation über Sprachassistenten beschränkt sich also nicht auf einzelne Keywords, wie bei herkömmlichen Text-Suchanfragen. Bei Voice Search wird mit mehr Wörtern und meist in ganzen Sätzen gesucht. Daher ist eine Longtail-Keyword-Optimierung sinnvoll. Der Vorteil: Diese werden nicht so häufig gesucht und sind damit weniger umkämpft, zumindest derzeit noch.  

Zudem ist es beim Thema Voice Search noch wichtiger, als Unternehmen auf oberster Position in der Suche zu landen. Denn anders als bei klassischen Suchanfragen per Texteingabe, bei welcher man sich durch die Suchergebnisse scrollen kann, geben die Sprachassistenten aktuell auf eine Frage nur eine Antwort wieder – und zwar vom Ergebnis an oberster Stelle. Hierbei werden oft die Featured Snippets berücksichtigt.  

Dabei handelt es sich um ein hervorgehobenes Suchergebnis. Es wird über allen anderen Ergebnissen angezeigt und wird daher auch als „Position 0“ bezeichnet. “Die Google-Systeme legen fest, ob eine Seite als hervorgehobenes Snippet für die Suchanfrage eines Nutzers geeignet ist, und platzieren es gegebenenfalls weiter oben in den Suchergebnissen” – so der Google Support. Heißt, individueller und qualitativ hochwertiger Content sowie eine sehr gute Formatierung sind Voraussetzungen dafür, um auf informative Suchanfragen als Snippet in den Answer Boxen aufzutauchen.  

Suchanfragen über Voice Search haben zudem oft einen lokalen Bezug. Wie beispielsweise: “Wo ist die nächste Tankstelle?” Unternehmen sollten daher darauf achten, dass ihre Eckdaten stets aktuell sind. Kontaktdaten, Standort, Öffnungszeiten etc. dürfen dabei auf keinen Fall fehlen. Außerdem sind strukturierte Daten ein wichtiger Rankingfaktor. Gemäß schema.org sollten diese entsprechend gekennzeichnet sein, um von Suchmaschinen schnell ausgelesen werden zu können.  

Voice Search – Ein Ausblick 

Die Voice Search-Technologie birgt Vor- und Nachteile. Die Aussprache spielt beispielsweise eine große Rolle. Markennamen, die auch für Sprachassistenzsysteme schwierig auszusprechen sind, können hier im Nachteil sein. Durch die sehr gezielte Informationssuche via Voice Search ergeben sich außerdem keine weiteren Impressions, Klicks und Visits, nachdem man User:innen auf das eigene Angebot aufmerksam gemacht hat. Ebenso werden Anzeigen, wie sie sonst beim Besuch einer Webseite angezeigt werden könnten, natürlich nicht berücksichtigt.  

Auf der anderen Seite ist die Sprachsuchfunktion für Nutzer:innen natürlich bequem und einfach. Zudem profitieren Menschen mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche oder einer körperlichen Einschränkung wie etwa einer Sehbehinderung von der Technologie.  

Auf jeden Fall aber kann Voice Search neue und zusätzliche Touchpoints schaffen, um eine erfolgreiche Customer Journey zu kreieren. Mit gesprochenem Content erreicht man potenzielle Kund:innen auf einer persönlichen Ebene und kann direkt in die Kommunikation gehen. Dabei ist es wichtig, seine Zielgruppe genau zu kennen. Welche Fragen stellt diese und welche Information interessiert sie am meisten? Mit einer starken Audio-Identität deines Produkts kannst du deinen Nutzer:innen damit einen echten Mehrwert liefern. Voice Search birgt außerdem großes Potenzial hinsichtlich Voice Ads, Notifications oder Voice Messages, welche angesichts der steigenden Nutzung künftig sicher noch mehr Beachtung finden werden. 

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