Werbung für Umweltschutz: Die drei besten Marketing-Stunts 

Am Thema Umwelt und Nachhaltigkeit kommt aktuell niemand vorbei: Eine alarmierende Statistik zum Zustand unseres Planeten jagt die nächste. Das führt dazu, dass wir Nein zu Einwegplastik sagen und sogar unsere Schulkinder dabei unterstützen, an Freitagen für Klima und Umweltbewusstsein auf die Straße zu gehen. 

Doch wie sieht es mit Werbung für Umweltschutz und Trends in der Werbebranche aus? Nicht wenige Marken sind bereits mit klassischer PR, großen Marketing-Stunts oder ernsthaften Eigenverpflichtungen auf den Zug aufgesprungen. Wir stellen Euch unsere drei Favoriten aus 2019 vor. 

Werbung für Umweltschutz – true fruits: Sag JA zu Plastik! 

Werbung für Umweltschutz: Die drei besten Marketing-Stunts 
Source: onlinehaendler-news.de

Besonders Lebensmittel- und Getränkemarken setzen vermehrt Einweg-Kunststoff in der Herstellung von Produkten ein und stehen dafür vor allem vonseiten der Umwelt-Lobby stark in der Kritik. In typisch kontroverser Manier dreht der deutsche Smoothie-Hersteller true fruits, der seine Produkte nur in Glasflaschen vertreibt, den Spieß einfach um und lädt Verbraucher:innen dazu ein, JA zu Plastik zu sagen. 

Warum? Der Slogan der Aktion lautet: „Glas kann kaputt gehen. Plastik bleibt für im Meer und ewig“. Auf den ersten Blick denkt man „Toll!“, um dann doch noch einmal innezuhalten und sich zu wundern: Der Satz erregt Aufmerksamkeit, weil true fruits damit gegen den Strom schwimmt und gekonnt auf ein kluges Wortspiel setzt. Provokant wird die Anzeige vor allem dadurch, dass die Mitbewerber, die noch Plastikflaschen verwenden, im Meer schwimmend auf dem Plakat gezeigt wird.

Warum uns die Umweltschutz-Kampagne gefällt: 

Okay, wir müssen zugeben, die Konkurrenz wird schon recht unverhohlen vorgeführt (und das war schon zu Schulzeiten nie cool) – nichtsdestotrotz ist die Kampagne schlau gemacht! 

Statt feierlich zu erklären, dass das Unternehmen nie wieder Plastik verwenden wird, feiert sich true fruits mit dieser Werbung einfach zu Recht dafür, dass es damit gar nicht erst angefangen hat. Es untermauert damit den Status als Pionier in Sachen umweltschonende Verpackung und zeigt ein reines Gewissen, was das verwendete Material angeht. 

Mit dieser Werbung für Umweltschutz bleibt true fruits seinem gewohnt provokanten Stil und seinem Image treu. Und auch wenn die Kampagne nicht allen gefallen wird, hat man doch das Gefühl, dass auch dieser Fakt dem Unternehmen herzlich egal ist. Auf jeden Fall erregt der Smoothie-Hersteller jede Menge Aufmerksamkeit bei Verbraucher:innen – das ist doch am Ende das, worum es bei Werbung geht. 

The North Face: Der Earth Day als weltweiter Feiertag

Werbung für Umweltschutz: Die drei besten Marketing-Stunts 
Source: change.org

The North Face setzt sich schon seit langem für den Schutz unseres Planeten ein. Ist es doch eine Kernbotschaft des Unternehmens, unseren schönen Planeten zu erkunden und seine Vorzüge zu genießen. In diesem Jahr entwickelte die Outdoor-Bekleidungsmarke einen Marketing-Stunt, der ganz besonders die Aufmerksamkeit der Zielgruppe auf sich zog. 

Hierfür wurde zunächst eine globale Petition auf change.org gestartet, um den Earth Day am 22. April zu einem Nationalfeiertag zu machen. Bis zum Erscheinen dieses Artikels wurden dafür bereits 192.000 Unterschriften gesammelt. 

Um darüber hinaus mit gutem Beispiel voranzugehen, schloss das Unternehmen an diesem Tag alle 113 Filialen in den USA und Kanada, um so den eigenen Mitarbeiter:innen die Möglichkeit zu geben, „den Planeten gebührend feiern und ehren zu können“. 

In der Woche vor dem Earth Day startete das Unternehmen zudem mit Explore Mode eine globale Veranstaltungsreihe mit Musiker:innen, Künstler:innen und Influencer:innen, bei der sich die Teilnehmenden dazu verpflichteten, ihre Treibhausgas-Emissionen zugunsten der amerikanischen NGO The Conservation Fund ganz im Sinne der Nachhaltigkeit auszugleichen. 

Warum uns die Kampagne gefällt: 

Obwohl es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass der Earth Day in naher Zukunft als Feiertag zum Schutz der Natur in unserem Kalender stehen wird, gelang es The North Face mit dieser Aktion, eine clevere Unterschriftenaktion mit tatsächlichen Verpflichtungen und Verantwortungsbewusstsein zu verknüpfen. 

Die Maßnahmen aus dieser Werbung passen im Marketing-Mix perfekt zusammen. Die Aktion, tatsächlich die eigenen Filialen zu schließen, folgt ganz dem Motto „Nicht nur Reden, sondern Machen“ und ist auf ganz Nordamerika gerechnet sicher kein Pappenstiel. Unser Fazit: Eine großartige Werbung von einer authentischen Marke mit Fokus auf den Klimawandel. 

Bacardi: Plastikfreie Emojis für die Umwelt 

Das Thema Plastikstrohhalme wurde bereits vor etlichen Jahren zum ersten Mal aufgegriffen, da sie aufgrund ihrer Größe schwer zu recyceln sind, die Ozeane verschmutzen und eine Gefahr für die Tierwelt darstellen. Im vergangenen Jahr reagierte Bacardi mit einer Anti-Strohhalm-Werbung namens „The Future doesn’t Suck“ und kündigte eine Eigenverpflichtung zur Beseitigung von einer Milliarde Strohhalmen bis 2020 an. 

Um die Aufmerksamkeit auch in diesem Jahr wieder auf die Kampagne zu lenken, veröffentlichte Bacardi am Weltwassertag 2019 einen offenen Brief an das Unicode-Konsortium, einer gemeinnützigen Organisation, die für digitale Giganten wie Google, Microsoft und Adobe den Emoji-Katalog stetig erweitert. Bacardis Forderungen: Ein Verbot der Verwendung von Plastikhalmen in Emojis! 

In dem von der Meeresschildkröte Sydney verfassten Brief heißt es, dass „jeder unter dem Meeresspiegel denkt, dass ihr Menschen wirklich schlecht seid“. Der Komiker Danny Franzese las den Brief im Namen von Sydney in einem Video vor. 

Werbung für Umweltschutz: Die drei besten Marketing-Stunts 
Source: onlinemarketing.de

Warum uns die Kampagne gefällt: 

Ein toller PR-Stunt, der das Publikum darauf aufmerksam macht, dass Bacardi ein Vorreiter darin ist, die Natur von Abfällen aus Plastikstrohhalmen zu befreien (obwohl sich natürlich auch argumentieren ließe, dass Bacardi als einer der größten Getränkehersteller der Welt das Plastikstrohhalm-Problem eigentlich auch erst groß gemacht hat). 

Egal, jeder ist fasziniert von derartigen Kehrtwenden. Der offene Brief ist recht albern, lässt sich jedoch durch das ehrgeizige Umweltengagement rechtfertigen. Alles in allem war das Ganze ein überzeugender Marketing-Stunt und verdient es, noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. 

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