Wird 2022 ein gutes Jahr für Start-up Gründung?

2022 könnte ein äußerst spannendes Jahr für die Start-up-Branche werden. Wir haben uns einige wichtige Facts näher angeschaut, die für eine Start-up Gründung in diesem Jahr sprechen. 

1. Neue Regierungsziele unterstützen bei Start-up Gründung 

Die Corona-Krise begleitet die Welt noch bis ins Jahr 2022, dennoch weht dank neuer Koalitionspläne ein neuer Start-up-Wind durch Deutschland. Mit ihrem Koalitionsvertrag hat sich die Regierung zum Ziel gesetzt, bessere Rahmenbedingungen für Jungunternehmen zu schaffen. So sollen Gründer:innen Fördergelder unabhängig vom Arbeitslosengeld erhalten. Die Neustarthilfe soll fortgesetzt, Elterngeld für Selbstständige ausgezahlt und höhere Verdienstgrenzen für die Künstlersozialkasse eingerichtet werden.    

Die Förderung von Gründerinnen und Gründer:innen mit Migrationshintergrund sorgt künftig für mehr Diversität in der Start-up-Landschaft. Beratungs- und Finanzierungsmöglichkeiten durch sogenannte One-Stop-Shops sowie erste Gründungsschritte, die sich digital durchführen lassen, sollen den Gründungsprozess beschleunigen. Die neue Regierung möchte außerdem die KfW-Bank zusätzlich als eine Art Innovationsmotor stärken.   

2. Mehr Diversität in der Start-up-Landschaft 

Diversität und die Förderung von Frauen im Start-up-Bereich haben in Deutschland zwar noch einen weiten Weg vor sich, trotzdem gab es laut dem Deutschen Start-up Monitor 2021 diesbezüglich erfreuliche Nachrichten: Der Anteil der Gründerinnen wuchs um 1,8 Prozent. Mit insgesamt 17,7 Prozent Start-ups und 38 Prozent allgemeinen Existenzgründungen fällt dieses Wachstum allerdings noch bescheiden aus.  

3. Erfolgreiche Start-ups beweisen Attraktivität Deutschlands als Gründerstandort 

Auch wenn die in diversen Gründungsbereichen noch viel Luft nach oben besteht, gab es in den letzten Jahren zahlreiche inspirierende Erfolgsgeschichten:   

  • Die Holidu-Suchmaschine für günstige Ferienhäuser und Wohnungen erhielt 2019 und 2020 Investitionen in der Höhe von 45 Millionen Dollar und beschäftigt mittlerweile 220 Mitarbeiter:innen. 
  • Kumovi entwickelt und vertreibt 3D-Druck-Ökosysteme für Medizintechnik, z. B. chirurgische Instrumente, aber auch Schädelplatten und Wirbelsäulenimplantate.  
  • Seven Senders bringt Onlinehändler mit besonders schnellen Paketzustellern zusammen und erhielt im Juni 2019 Investitionen in der Höhe von 16 Millionen Dollar und hat 130 Millionen Angestellte.  
  • Tourlane schneidet Individualreisen auf seine Kund:innen zu und erhielt mittlerweile 81 Millionen Dollar von US-Investoren wie Sequia und AirBnB 
  •  Personio hilft KMUs beim Personalmanagement und erhielt zuletzt eine Finanzierung in der Höhe von 75 Millionen US-Dollar.  
  • Cluno erhielt mit 140 Millionen Euro eine der größten Finanzierungssummen Deutschlands und stellt seinen Kund:innen Autos für mehrere Monate in einem Abonnement zur Verfügung  
  • Numaferm entwickelte ein Verfahren für die Herstellung von Peptiden zu einem Zehntel der Kosten, die unter anderem für die Herstellung von Arzneimitteln notwendig sind  
  • Charge X möchte mit einem smarten Lade-Algorithmus und mit einer neuartigen Lade-Infrastruktur in Gewerbegebäuden und Mehrfamilienhäusern eine bedarfsgerechte Energieversorgung von Elektroautos sicherstellen.  
  • Physec setzt Kryptografie für die Datensicherheit von smarten vernetzten Technologien bzw. dem Internet der Dinge (IoT) ein.  
  •  Comcatch verknüpft freiberufliche Unternehmensberater:innen und Industrie-Expert:innen mit Kund:innen, um spezifische Projekte zu realisieren.  
  •  Blinklist fasst für seine Nutzer:innen die wichtigsten Informationen und Daten aus Sachbüchern, Bestsellern und Ratgebern zusammen.  

4. Gründer schaffen neue Arbeitsplätze 

Allein an diesen Beispielen lässt sich erkennen, dass durch Gründungen zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen. Im Jahr 2021 betrug die Anzahl der Start-up-Beschäftigten 33.589, während es ein Jahr zuvor noch 25.966 waren. Durchschnittlich arbeiteten in jedem Start-up 17,6 Mitarbeiter:innen und 2022 sollen sogar noch 8,7 hinzukommen.   

5. Deutsche Start-ups blicken trotz Corona positiv in die Zukunft 

Die Corona-Krise hatte einen massiven negativen Einfluss auf die Wirtschaft und die Start-up-Landschaft. Viele junge Unternehmen konnten durch die Fokusverschiebung auf den digitalen Bereich profitieren. Nur 15,2 Prozent der Jungunternehmen erklärten, dass ihr Geschäft durch das Virus beeinträchtigt wurde. Im Vorjahr waren es noch 74,2 Prozent. 23,8 Prozent der Start-ups erkannte keine Auswirkungen und 25 Prozent konnten sogar positive Entwicklungen verzeichnen. Zu den Letzteren gehören Finanz- und Versicherungs-, Bildungs-, Medien- und Kreativbranchen sowie Onlineshops.  

6. Diese Start-up-Trends zeichnen sich ab  

Viele dieser Branchen spielen bei den Start-up-Trends 2022 ebenfalls eine wichtige Rolle. Daneben sollte man sein Augenmerk auf verschiedene Digitalisierungsthemen, aber auch Nachhaltigkeit richten:   

  • Vernetztes Lernen bzw. Weiterbildung 
  • Lösungen für die Unterstützung von Fernarbeit 
  • Digitale Lösungen im Gesundheitswesen 
  • Maschinelles Lernen, KI, IoT 
  • Cybersicherheit 
  • Fintech: Investment, entsprechende Weiterbildungsmöglichkeit, Wissensaustausch für Kleinanleger:innen, digitale Wallets  
  • Reduktion des CO2-Fußabdrucks  
  • Vegetarische und vegane Ersatznahrungsmittel 
  • Cannabisproduktion und -verkauf 

7. Europäische Talente locken internationale Investoren an 

Finanziell verbreitet sich ebenfalls eine positive Stimmung in Europa. Investitionen in neue Unternehmen verdreifachten sich und stiegen auf 100 Milliarden Dollar an. 321 nicht börsennotierte Unternehmen, auch Einhörner genannt, sind inzwischen im Tech-Bereich tätig. Erfahrene Talente locken hier zahlreiche internationale Investoren an. Finanzierungen seien aber immer noch schwer zugänglich und Wagniskapital stellt die treibende Finanzierungskraft dar. Zu den deutschen Gewinnern, zumindest rein finanziell gesehen, zählten 2021:  

  • Softwareentwickler Celonis (eine Milliarde Dollar) 
  • Lieferdienst Gorillas (950 Millionen Dollar) 
  • Smartphone Bank N26 (800 Millionen Dollar) 
  • Discountbroker Republik (750 Millionen Dollar) 

Fazit: 

Mit insgesamt 51 Einhörnern und 12,4 Milliarden Dollar Wagniskapital stellte Deutschland im letzten Jahr einen spannenden Nährboden für Start-ups dar. Eine Entwicklung, die sich dank Regierungsinterventionen und weiterer internationaler Investoren dieses Jahr wahrscheinlich ebenfalls fortsetzt. Auch SevenVentures unterstützt 2022 als weltweit führender TV-Media-Investor junge Unternehmen finanziell, medial, durch Synergien auf vielfältige andere Wege beim Markenaufbau.   

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Hier schreibt die Redaktion des Restless CMO. Wir sind ein Team aus leidenschaftlichen Medien-Expert:innen und haben uns zur Aufgabe gemacht, Marketingentscheider:innen, CMOs, Founder:innen und alle Marketing-Macher bestmöglich über die neuesten Entwicklungen, Trends, Storys aus der Marketing-Branche zu informieren. Dabei ist es uns sehr wichtig einen …

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