von
SevenVentures
Market Insights
2020-11-25

Ein Gespräch mit dem Management von SevenVentures

Ein Gespräch mit dem Management von SevenVentures

SevenVentures bietet B2C-Wachstumsunternehmen etwas, das am Kapitalmarkt einzigartig ist: Zugang zu einem Millionenpublikum durch TV-Werbung. Die flexiblen Investitionsmodelle „Media for Revenue“ und „Media for Equity“ haben schon Unternehmen wie Zalando, Lieferando und About You dabei unterstützt, ihre Brand Awareness zu steigern und ihre Marktposition auszubauen. Wir haben dem Management-Team – Florian Hirschberger, Maximilian Jochim und Florian Weber – fünf Fragen zu den Prioritäten des Unternehmens, den Partnerschaften sowie den Auswirkungen von Corona gestellt.

Welche sind derzeit die spannendsten Investitionsbereiche für SevenVentures?

Fintech (Finanztechnologie) und Insuretech (Insurance Technology) sind enorm spannende Branchen für uns. Mit Friday und ottonova beispielsweise haben wir vielversprechende Partner in unserem Portfolio. Darüber hinaus sind E-Health und Telemedizin weitere zukunftsweisende Geschäftsfelder für uns, weil diese Branchen gerade erst dereguliert wurden und hier viele neue Unternehmen entstehen. TV-Werbung kann diesen Unternehmen nicht nur dabei helfen, in kurzer Zeit Bekanntheit aufzubauen, sondern vor allem auch Vertrauen in die Marke. E-Commerce ist weiterhin eine konstante Säule unseres Geschäfts, weil TV hier über die große Reichweite einen sehr wertvollen Beitrag leisten kann. Alle diese Branchen haben durch die Corona-Krise einen enormen Schub erhalten.

Vor welchen Herausforderungen stehen Start-ups in Eurem Portfolio?

Die meisten Unternehmen kommen auf uns zu, weil sie stark wachsen und Bekanntheit und Reichweite aufbauen wollen, gleichzeitig aber schon sehr viel ausgeschöpft haben, was sie durch reines Performance Marketing erreichen können. Sie haben einen hohen Bedarf an Liquidität, da sie stark wachsen und gleichzeitig in die Markenbildung investieren wollen. Für viele Gründer ist TV jedoch völlig neu – sie sind Digital Natives, die mit Performance Marketing aufgewachsen sind und dementsprechend die Wirkung jedes ausgegebenen Cents messen und Ineffizienzen vermeiden wollen. Hinzu kommt die Herausforderung der Skalierbarkeit. Sobald ein Unternehmen mit uns zusammenarbeitet, kann TV-Werbung auf starkes Wachstum einzahlen und die Gründer erkennen plötzlich, dass sie mehr Mitarbeiter und die organisatorische Struktur brauchen, um dieses Wachstum zu realisieren.

Was macht eine gute Partnerschaft mit SevenVentures aus?

Jede unserer Partnerschaften unterscheidet sich voneinander. Wir gestalten die Zusammenarbeit für jeden individuell – je nach seinen Bedürfnissen. Es gibt jedoch bestimmte Anforderungen, die wir an unsere Partner stellen: Sie müssen TV-affin sein und die Infrastruktur sowie die Logistik muss stimmen – denn es hilft niemandem, wenn das Produkt nach einer TV-Kampagne nachgefragt wird, es aber noch nicht in den Regalen der Geschäfte verfügbar ist. Wir setzen auf langfristige Partnerschaften. Mit einigen Unternehmen arbeiten wir schon seit über 10 Jahren zusammen. Das ist im Ventures Capital Markt ziemlich einzigartig und etwas, das man auch bei einem normalen Werbepartner nicht finden würde. Die Zusammenarbeit mit uns hat auch noch andere Vorteile, zum Beispiel können wir Synergien innerhalb der Seven.One Entertainment Group für unsere Partner nutzen.

Wie hat sich das Investmentverhalten in Deutschland während der Krise verändert?

Offensichtlich dauert die Krise noch an und die vollen Auswirkungen sind noch nicht absehbar. Als jedoch der erste Lockdown begonnen hat, haben wir schnell erkannt, dass sich viele Investoren und Corporates vor allem auf ihr Kerngeschäft fokussierten. Es herrschte große Unsicherheit am Markt und viele Investoren fingen an, ihre Gelder nur noch sehr selektiv einzusetzen. Ungewissheit bedeutet Risiko – und Corona wurde eher als negatives Risiko denn als Chance wahrgenommen. Nach kurzer Zeit wurde klar, dass bestimmte Unternehmen langfristig von der Krise profitieren würden, und gleichzeitig gab es noch viel Liquidität im Markt. Die Partnerfonds, mit denen wir zusammenarbeiten, haben ihre Investitionen mit wenigen Ausnahmen fortgeführt. Gute Unternehmen finden weiterhin ihre Investoren.

Unsere Investitionsstrategie hat sich im Grunde genommen nicht geändert und unsere Bereitschaft ist da, auch in schwierigen Zeiten langfristig unsere Partner bei Ihrem Wachstum zu unterstützen. Niemand weiß, wie lange diese Krise noch andauern wird. Deshalb ist es klug dafür zu sorgen, dass unsere Partner-Unternehmen in naher Zukunft nicht in Schwierigkeiten geraten. Viele Unternehmen haben während der Krise ihre Marketingbudgets reduzieren müssen, um Budget zu sparen und Liquidität sicherzustellen. Unsere bestehenden Portfoliounternehmen haben es in der Krise hingegen sehr zu schätzen gewusst, dass sie weiterhin auf die Ausstrahlung im TV nicht verzichten mussten, und so für ihre Kunden sichtbar blieben. Unser Geschäftsmodell mit Media-for-Equity bietet den Vorteil, dass unsere Partner cashneutral im TV werben können.

Was sind die größten Chancen für B2C-Unternehmen im Post-Corona-Zeitalter?

Zum einen die Deregulierung wie im Fall von E-Health, welche durch die Digitalisierung noch einmal beschleunigt wurde. Zum anderen hat sich das Kundenverhalten verändert, weil wir überwiegend von zu Hause aus arbeiten, viel mehr über Videokonferenzen kommunizieren und häufiger online einkaufen und bestellen. Mehrere Unternehmen haben davon enorm profitiert. Aber auch wenn Corona klare Gewinner hervorgebracht hat, so wird sich das Leben nach der Krise sicherlich ein Stück weit korrigieren. Bestimmte Neuerungen werden uns erhalten bleiben wie zum Beispiel im Bereich E-Health, wo man jetzt per Videokonferenz eine Krankschreibung vom Arzt erhalten kann, und diese Alternative wird sicherlich auch nach der Krise weiterhin genutzt. Gleichzeitig werden sich andere Dinge wieder normalisieren, da die Menschen ihre Lebensqualität zurückgewinnen und wieder in Restaurants gehen und in Geschäften einkaufen möchten. Erfolgreiche Unternehmen sind sich dessen bewusst, agieren in der Zukunft flexibel und passen ihr Geschäftsmodell den Gegebenheiten an.

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