Advertorial: Welchen Mehrwert bringt die Werbeform im Online-Marketing?

Advertorials sind informativ, journalistisch aufbereitet und passen thematisch zum medialen Umfeld. Sowohl online als auch offline nutzen Marketingverantwortliche Advertorials als Marketingkanal. Welche Vor- und Nachteile diese Art von Werbeanzeige mit sich bringt und was es bei diesen Sponsored Posts zu beachten gilt, erklären wir in diesem Artikel.  

Das ist bei Advertorials zu beachten 

“Advertorial” setzt sich aus den Begriffen “advertisement” (Werbung) und “editorial” (Leitartikel) zusammen. Denn diese Werbeform wird im Layout eines redaktionellen Artikels verfasst. Um nicht sofort den Eindruck von Werbung zu erwecken, gleicht die Anzeige vom Design, der Struktur und der Sprache dem medialen Umfeld, in welchem sie platziert wird.  

Der Content des Advertorials ist informativ und bietet den Konsument:innen einen Mehrwert. Durch Backlinks werden Interessent:innen auf die vom Publisher gewünschten Landingpages weitergeleitet. Ein gelungenes Advertorial beinhaltet keine werblichen Phrasen, sondern entspricht viel eher einem redaktionellen Beitrag.  

Doch auch wenn ein Advertorial nicht auf den ersten Blick als Werbung wahrgenommen werden soll, muss es nach deutschem Presserecht vom Publisher als solche gekennzeichnet werden. Zudem schreiben die Google Webmaster-Richtlinien vor, dass alle ausgehenden Links zum Werbenden mit rel=”nofollow” zu markieren sind. 

Die Vor- und Nachteile von Advertorials  

Ein großer Pluspunkt ist ganz klar die Gestaltungsfreiheit gegenüber anderen Anzeigen. Während man bei vielen Werbebannern beispielsweise nur eine Fläche für einen CTA hat, kann man bei Advertorials der Leserschaft mit redaktionellem Content einen tatsächlichen Mehrwert liefern und somit ihr Interesse wecken. Vor allem im B2B-Bereich ist dies ein großer Vorteil. Mit einem Advertorial in einem entsprechenden fachspezifischen Umfeld erreicht man die gewünschte Zielgruppe und kann diese, ohne als aufdringliche Werbung zu wirken, auf das eigene Produkte aufmerksam machen. Die Beiträge sind, im Gegensatz zu anderen Kampagnen, dauerhaft online auffindbar und zahlen somit kontinuierlich auf die Ziele des Werbetreibenden ein. Auch Start-ups können beim Aufbau einer Marke durch Advertorials profitieren, indem sie eine vergleichsweise höhere Reichweite erzielen.  

Laut Doubleclick, der Display Advertising-Tochter von Google, betrug die durchschnittliche CTR von Werbebannern im Mai 2016 gerade mal 0,17 Prozent. Im Jahr 2018 waren es nur noch 0,05 Prozent. Native Ads, wie Advertorials, hingegen, gewinnen schon seit einigen Jahren an Popularität. Vor allem besonders erklärungsbedürftige Produkte lassen sich über Advertorials gut vermarkten. Hier kann man mit gutem, informativem Content interessierte User:innen auf eine Landingpage lenken und dadurch weitere Aktionen anstoßen. 

Der größte Nachteil bei Advertorials sind wohl die Kosten. Gegenüber anderen vergleichbaren Werbeanzeigen zahlt man für einen Sponsored Post in der Regel deutlich mehr. Die Kosten hängen dabei von der Zielgruppe, der Platzierung und natürlich auch vom Aufwand ab. Die Bestimmung der exakten Zielgruppe nimmt vorab viel Zeit in Anspruch. Und natürlich ist auch der Gestaltungsaufwand von Advertorials im Vergleich zu anderen Werbeanzeigen enorm. 

Was macht ein gutes Advertorial aus? 

Ein Beispiel für ein gelungenes Advertorial ist Adobe, die auf der Onlineplattform von t3n mit dem UX Design werben. Hier werden die Nutzer:innen gleich zweimal darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei dem Artikel um eine Werbeanzeige handelt. Zum einen ist das Advertorial mit Sponsored Post gekennzeichnet und auch in der Einführung zum Fließtext ist der Beitrag mit “Anzeige” markiert. Weiter ist das Produkt auf der t3n-Website, welche über digitale und technische Themen informiert, genau richtig platziert. Der Content ist für die Zielgruppe verfasst und liefert der Leserschaft einen Mehrwert. Zudem ist das Advertorial mit passenden Bildern aufbereitet und über den CTA am Seitenende können die User:innen mit einem Klick auf eine Adobe-Website gelangen, um mehr über das beworbene Produkt zu erfahren.  

Hier nochmal in Kürze eine Checkliste für ein gelungenes Advertorial: 

  • Es ist vom Publisher als Werbung gekennzeichnet und entspricht den Richtlinien des deutschen Presserechts und den Google Webmaster-Richtlinien 
  • Es passt in Form, Stil und Sprache zum medialen Umfeld 
  • Die Headline ist aussagekräftig  
  • Es bietet hochwertigen Content und liefert Konsument:innen einen Mehrwert 
  • Die Grundregeln des journalistischen Schreibens werden beachtet  
  • Es überliefert die Kernbotschaft an die Zielgruppe ohne Werbephrasen 
  • Ein CTA ist vorhanden  

Fazit 

Advertorials eignen sich sehr gut als Marketingkanal, da sie die Zielgruppe direkt ansprechen und mit hochwertigem und relevantem Content auf sich aufmerksam machen können. Advertorials werden außerdem nicht von Ad-Blockern blockiert und stehen so auch nach Aktivierung des Blockers den User:innen zur Verfügung. Zudem gibt es das Phänomen der “Banner Blindness”. Viele Nutzer:innen blenden bewusst oder unbewusst Werbebanner o.ä. auf dem Bildschirm aus. Ein Sponsored Post fällt durch seine redaktionelle Aufmachung nicht in dieses Raster. Durch den informativen Content können Advertorials eine hohe Reichweite erzielen, bieten einen Mehrwert und sorgen letztendlich für die gewünschte Leadgenerierung. Auch die Reichweite und Autorität des ausgewählten Publishers steigern im besten Fall das Vertrauen in die beworbene Marke oder das Produkt. 

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